Entwicklung des Internetfernsehens dank DSL


IP-TV, also Fernsehen über das Internet, bietet beträchtliche Vorteile, und inzwischen ist die Programmvielfalt sehr hoch. Voraussetzung hierfür war die Entwicklung schneller DSL-Verbindungen, denn um Fernsehprogramme – möglichst in HD-Qualität – ruckelfrei zu empfangen, sind bestimmte Datenraten nötig. Auch eine Flatrate ist die Grundvoraussetzung, mit minuten- oder datenbasierter Abrechnung hätte sich das Internetfernsehen niemals durchsetzen können.

Voraussetzungen für Internetfernsehen

Rein technisch ist ein Internetanschluss mit Verbindung zum Fernsehgerät über den Router und eine Set-Top-Box nötig, die in der Regel vom IT-TV-Anbieter bereitgestellt wird. Entscheidend ist die Datenrate über die DSL-Leitung. Diese hängt von der Bildgröße, der Farbtiefe, den Bildveränderungen und den genutzten Audio-Kanälen ab. Auch die Codierungsverfahren (meist H.264 oder VC1) spielen eine Rolle. Für Standardfernsehen (ohne HD) sind etwa 6 MBit/s zwingend, ansonsten fängt das Bild an zu ruckeln oder setzt gar aus. Wer HDTV über IP-TV empfangen möchte, sollte über eine DSL-Verbindung mit 16 MBit/s im Download verfügen, mehr ist stets besser. Hier ist ein Breitbandanschluss zwingend, also neben DSL auch Kabelmodem oder ADSL2/VDSL. Empfehlenswert wären für wirklich ruckelfreies IP-TV Datenraten um 50 MBit/s oder mehr, wie sie von einigen Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Natürlich muss mit einem DSL Speedtest geprüft werden, ob am Standort des Nutzers diese Raten verfügbar sind, auch liegen hier die Kosten etwas höher als bei der üblichen Internet-/Telefon-Flatrate. Aber es lohnt sich wirklich, denn die Möglichkeiten von IP-TV sind gigantisch.

Möglichkeiten von IP-TV

Selbst die Bildqualität kann bei einer guten DSL-Verbindung mit IP-TV über derjenigen von SAT, Kabel und DVB-T liegen, das hat die Stiftung Warentest schon im Jahr 2011 ermittelt. Ein weiterer, unschlagbarer Vorteil ist das zeitversetzte Fernsehen. Sendungen werden von den Anstalten auf ihren Homepages abgelegt, wer also die Nachrichten zu einer beliebigen Zeit sehen möchte, kann sie per IP-TV entsprechend abrufen. Auch das Anhalten eines Streams ist zwischendurch per Mausklick möglich, es entfallen also die üblichen Programmierungsmaßnahmen auf Festplatte, um nichts zu verpassen. Das Programmangebot vor allem an Video-on-Demand ist riesengroß, die IPTV-Anbieter stellen eine sehr große Onlinevideothek zur Verfügung, die eine vier- bis fünfstellige Anzahl an Filmen bereithält. Daneben gibt es diverse Zusatzangebote von kleinen, unabhängigen Anbietern, aber selbst völlig kostenlos kann über das Internet schon reichlich ferngesehen werden. Ein wesentliches Feature sind die interaktiven Services, denn über das Internet kann schließlich der Zuschauer mit dem Sender kommunizieren, und die Zahl interaktiver Angebote wächst. Daneben fungiert der mit dem Internet verbundene Fernseher auch als Videotelefon oder Verbindung zu reinen Internetportalen wie YouTube und Facebook. Zweifellos gehört dieser Form des Fernsehens die Zukunft.

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Kategorisiert: Computer & Zubehör

Autor: dingily // Veröffentlicht: 18. April 2012 // 1.909 x gelesen